Der Zusammenbruch

Ein Dienstagmittag im Jahr 2015 in München: Zum 33. Mal in Folge, steht nun der praktische Teil meines jährlichen Sicherheitstrainings für Flugpersonal an.

Mein Magen zieht sich zusammen, mein Herz klopft so stark, dass ich die Bewegung an meiner Bluse sehen kann.

Eigentlich bestehe ich diese Prüfung jedes Jahr mit Leichtigkeit. Aber ich spüre genau: Dieses Jahr ist es anders!

Denn: Ich werde “nein” sagen

Gesagt, getan. Ich halte meinen Trainer an: “Heute wird das nichts mit mir!”. Ich sehe noch, dass er zur Antwort ansetzen will und wundere mich noch über seinen fragenden Blick.

Im nächsten Moment wird mir schwindelig – ich sacke entkräftet an der Wand, vor der ich gerade stehe, zusammen.

Als ich wieder zu mir komme, stehen Sanitäter an meiner Seite. Und viele offensichtlich besorgte Augenpaare schauen mich an.

Mein Leben als Besatzungsmitglied

Es war der große Traum meiner Mutter, viel zu reisen. Mein Vater war bodenständiger, aber auch er schwärmte vom Anblick von uniformierten, stolzen Flugzeug-Besatzungen.

Der Beruf der Stewardess hatte von 35 Jahren noch Prestige. Zudem sprach ich drei Sprachen und ein sonniges Wesen hatte ich auch. Eigentlich perfekte Voraussetzungen also!

Im Nachhinein fiel mir auf, daß die Fliegerei noch eine andere wunderbare Möglichkeit anbot.

Flugzeug oder Fluchtzeug?

Die möglichkeit für Rückzug und Flucht nämlich. Ein sich anbahnender Streit mit meinem Ehemann? In drei Tagen muss ich für eine Woche nach Bangkok. Wenn ich zurück bin, hat er sich beruhigt.

Nachdenken über mich und den Sinn des (meines) Lebens? Ab in den Flieger, Leben und Alltag bleiben einfach am Boden.

Im falschen Beruf?

Als mein Sohn auf die Welt kam wurde mir deutlich bewusst, dass ich nie gerne weggeflogen bin.

Ich bin lieber zu Hause als ständig unterwegs. Das ständige weg gehen fiel mir immer schwerer.

Das Crew Leben und die Teamarbeit waren genau meins, aber das viele Unterwegs sein empfand ich immer sehr belastend.

Als ich es körperlich spürte

Über die Jahre wurden meine Körperlichen Beschwerden spürbar stärker. Magenschmerzen, starke Unruhe und Ängste traten vermehrt auf.

Die Ereignisse vom 11.09 erschwerten das Fliegerleben extrem. Die neue Sicherheitsvorkehrungen und die extra Schulungen schürten meine Ängste noch mehr.

Ein stationärer Aufenthalt im Schlaflabor bestätigten mein verdacht. Keine Tiefschlafphasen mehr. Der Arzt riet mir den Beruf zu wechseln wenn ich gesund bleiben wollte.

Keine Angst vor Veränderung

Ich habe auf den Arzt gehört und so richtig konsequent Nägel mit Köpfen gemacht: Nur noch Kurzstrecke geflogen, als Kabinen Chef – hat natürlich nix mit Nägel mit Köpfen oder gar Konsequenz zu tun, aber mir erschien es damals klug.

Kündigen war keine Option. Ich liebte meine Arbeit an Bord und meine Crews , das Koffer packen hasste ich immer noch.

Zudem gab mir meine Arbeitsstelle Sicherheit. Das war mir wichtig.

Nach dem Zusammenbruch

Ich komme wieder zu mir und fühle mich befreit, fast glücklich. klingt verrückt?

Nein, mir wurde soeben die Entscheidung abgenommen. Ich durfte zuhause bleiben und musste nicht mehr immer weg.

ich bin mit dem Bewusstein aufgewachsen, dass ich ein Glückskind bin. Daher sah ich auch diese Wendung in meinem Leben als “Glück”.

Genauso sah es auch die Ärztin: “Ihr Körper hat Ihnen auf sehr nette Weise gesagt, dass es reicht”

Der Rest waren Formalitäten. Meinen Aufhebungsvertrag habe ich sehr schnell unterschrieben.

Ein neues Leben

Nach unzähliche Aus und Weiterbildungen habe ich mich Selbständig gemacht.

Meine Botschaft:

Hören sie auf Ihre Innere Stimme und ändern sie Ihren Weg, bevor es Ihr Körper für sie tut!

Fangen Sie  an auf sich zu hören, üben sie selbstreflexion. Suchen und finden sie die primäre Ursache Ihres Problems. Suchen sie sich Hilfe und nehmen Sie sie an.

Eine Möglichkeit dazu finden Sie direkt hier:

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